Vestibularsyndrom bei Hund und Katze

Ihr Hund oder Ihre Katze hält den Kopf plötzlich schief, kippt beim Gehen zur Seite oder findet kaum noch Halt? Oft kommen ein Zittern der Augen und Übelkeit dazu. Was auf den ersten Blick wie ein Schlaganfall wirkt, ist häufig ein Vestibularsyndrom beim Hund oder bei der Katze – eine Störung des Gleichgewichtssinns, deren Ursache sich gezielt abklären lässt.

Was ist das Vestibularsyndrom?

Das Vestibularsystem ist der Gleichgewichtssinn. Es besteht aus dem Gleichgewichtsorgan im Innenohr, dem Gleichgewichtsnerv und jenen Bereichen im Gehirn (Vestibularkerne), die diese Signale verarbeiten. Ist ein Teil davon gestört, verliert das Tier die Orientierung im Raum.

Man unterscheidet zwei Formen:

  • Peripheres Vestibularsyndrom: Die Ursache liegt im Innenohr oder im Gleichgewichtsnerv.
  • Zentrales Vestibularsyndrom: Die Ursache liegt im Gehirn, genauer gesagt im Hirnstamm.

Welche Form vorliegt, ist entscheidend für die weitere Abklärung und Behandlung.

Ob Innenohr oder Gehirn: Für die passende Behandlung muss zuerst klar sein, wo die Störung sitzt. Unsere Spezialistin für Neurologie lokalisiert das Problem mit einer ausführlichen neurologischen Untersuchung. Danach erklärt sie Ihnen, welche weiteren Untersuchungen sinnvoll sind und bespricht mit Ihnen das weitere Vorgehen. Auch nach der Diagnose sind wir für Sie da, beobachten den Krankheitsverlauf und passen die Behandlung bei Bedarf an.

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Mag. Pia Reffi

Diplomate ECVN, Spezialistin für Neurologie beim Klein- und Heimtier, Leitende Oberärztin der Abteilung für Neurologie

Wann sollten Sie sofort in die Klinik kommen?

Bitte warten Sie nicht ab, wenn Ihr Tier:

  • nicht mehr stehen oder gehen kann,
  • immer wieder erbricht oder nicht mehr frisst und trinkt,
  • zusätzlich einen Anfall hat oder sich im Wesen stark verändert.

Unser Notdienst ist rund um die Uhr für Sie da – auch an Wochenenden und Feiertagen. Sie können jederzeit ohne Termin zu uns kommen. Wir empfehlen Ihnen jedoch, vorab kurz anzurufen, damit unser Team sich bestmöglich auf die Versorgung Ihres Tieres vorbereiten kann.

Typische Anzeichen eines Vestibularsyndroms beim Hund und bei der Katze

  • Kopfschiefhaltung
  • Schwanken, Torkeln, Umfallen, Rollen oder Laufen im Kreis
  • Augenzittern (Nystagmus)
  • Übelkeit, Erbrechen oder Appetitlosigkeit
  • Unsicherheit beim Aufstehen
Untersuchung_Hund

Vestibularsyndrom beim Hund: mögliche Ursachen

  • Idiopathisches (geriatrisches) Vestibularsyndrom: Es tritt vor allem bei älteren Hunden auf, ohne dass sich eine Ursache finden lässt („idiopathisch“). Mit Infusionen zu Beginn und durchblutungsfördernden Medikamenten erholen sich viele Hunde innerhalb von Tagen bis Wochen.
  • Entzündungen des Mittel- und Innenohrs oder des Gleichgewichtsnervs
  • Stoffwechselstörungen, z. B. eine Schilddrüsenunterfunktion oder ein Mangel an Vitamin B1 (Thiamin)
  • Schädel-Hirn-Trauma (Kopfverletzungen), z. B. nach einem Unfall
  • Entzündungen, Durchblutungsstörungen oder Tumore im Gehirn

Vestibularsyndrom bei der Katze: mögliche Ursachen

Auch Katzen jeden Alters können ein Vestibularsyndrom bekommen.

  • Entzündungen des Mittel- und Innenohrs
  • Gutartige Wucherungen im Ohr oder Rachen (Polypen), vor allem bei jüngeren Katzen
  • Idiopathisches Vestibularsyndrom ohne erkennbare Ursache
  • Entzündungen oder Tumore im Gehirn

Wann ist eine Abklärung durch die Neurologie sinnvoll?

Eine weiterführende Abklärung empfehlen wir, wenn:

  • sich der Zustand des Tieres verschlechtert oder keine deutliche Verbesserung nach einigen Tagen auftritt
  • das Tier eine Bewusstseinseintrübung oder verminderte Ansprechbarkeit zeigt
  • zusätzlich starkes Erbrechen, vermehrter Speichelfluss oder Fressunlust auftreten
  • weitere neurologische Ausfälle hinzukommen, z. B. epileptische Anfälle
  • ein junges Tier betroffen ist
  • die Beschwerden wiederkehren
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Diagnostik: So finden wir die Ursache

  1. Vorgeschichte und neurologische Untersuchung: Erzählen Sie uns, wann und wie die Beschwerden begonnen haben. Auch Handyvideos vom Zustand Ihres Tieres helfen weiter. Die neurologische Untersuchung gibt Hinweise, ob die Ursache im Gehirn oder im Innenohr liegt.
  2. Untersuchung der Ohren: um Entzündungen oder Polypen zu erkennen.
  3. Blutuntersuchung: zur Überprüfung der Schilddrüse.
  4. Blutdruckmessung
  5. Bei Bedarf CT oder MRT: Die Computertomographie (CT) ermöglicht insbesondere die Darstellung krankhafter Veränderungen des Mittelohrs. Die Magnetresonanztomographie (MRT) erlaubt darüber hinaus eine detaillierte Beurteilung des Innenohrs, der intrakraniellen Strukturen (innerhalb des Schädels) sowie des Gleichgewichtsnervs (Nervus vestibularis).
  6. Liquoruntersuchung (Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit): bei Verdacht auf eine Entzündung oder einen Tumor.

Alle Untersuchungen können direkt bei uns im Haus durchgeführt werden.

Behandlung und Begleitung

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache des Vestibularsyndroms:

  • Erkrankungen von Mittel- und Innenohr: Je nach Befund untersuchen wir Gehörgang und Trommelfell mit einer kleinen Kamera (Videootoskopie). Bei Bedarf entnehmen wir über einen kleinen Schnitt im Trommelfell eine Probe aus dem Mittelohr (Myringotomie). So können wir gezielt mit Medikamenten behandeln. Schreitet die Erkrankung fort oder wirkt die Behandlung nicht ausreichend, kann eine Operation notwendig werden.
  • Entzündungen von Gehirn oder Gleichgewichtsnerv: Wir behandeln mit Medikamenten und stimmen die Therapie auf die Art der Entzündung und den Schweregrad ab.
  • Neoplastische Ursachen (Tumore): Liegt dem Vestibularsyndrom ein Tumor zugrunde, besprechen wir die Befunde und alle Möglichkeiten ausführlich mit Ihnen. Je nach Art und Lage des Tumors kommen Medikamente, eine Operation oder eine Strahlentherapie infrage.
  • Metabolische Ursachen (Stoffwechselerkrankungen): Steckt eine Stoffwechselerkrankung hinter den Beschwerden, behandeln wir gezielt diese Grunderkrankung, etwa eine Schilddrüsenunterfunktion.
  • Geriatrisches Vestibularsyndrom: Hier lindern wir die Beschwerden, bis sich der Gleichgewichtssinn erholt hat. Bei Bedarf betreuen wir Ihr Tier stationär, etwa mit Medikamenten gegen Übelkeit und Erbrechen, mit Infusionen und unterstützender Pflege.
  • Begleitende Maßnahmen: Physiotherapie kann bei Gleichgewichts- und Koordinationsstörungen helfen und Ihrem Tier die Rückkehr in den Alltag erleichtern.
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So unterstützen Sie Ihr Tier zu Hause

  • Rutschfeste Unterlagen auslegen
  • Stiegen, Sofa und hohe Liegeplätze vorübergehend sichern
  • Futter und Wasser gut erreichbar hinstellen, bei Katzen ein Katzenklo mit niedrigem Einstieg anbieten
  • Für Ruhe sorgen und Ihr Tier nicht unnötig hochheben

FAQs – Häufige Fragen zum Vestibularsyndrom

Die Anzeichen ähneln einem Schlaganfall. Häufig steckt aber eine andere Ursache dahinter, etwa eine Entzündung von Mittel- und Innenohr oder das geriatrische Vestibularsyndrom. Ein Schlaganfall – also eine Durchblutungsstörung im Gehirn – kann allerdings ebenfalls ein Vestibularsyndrom auslösen. Erst die Untersuchung zeigt, was tatsächlich dahintersteckt.

Beim altersbedingten (geriatrischen) Vestibularsyndrom des Hundes und beim idiopathischen Vestibularsyndrom der Katze bessern sich die Beschwerden oft innerhalb von Tagen bis Wochen mit medikamentöser Therapie. Eine leichte Kopfschiefhaltung kann bleiben. Bei anderen Ursachen hängt der Verlauf von der Ursache und darauffolgenden Behandlung ab.

Das Vestibularsyndrom selbst ist nicht schmerzhaft. Eine Ohrentzündung kann aber Schmerzen verursachen. Schwindel und Übelkeit belasten Ihr Tier zusätzlich, deshalb ist eine unterstützende Behandlung wichtig.

Das ist möglich. Treten die Beschwerden erneut auf, sollte die Ursache genauer abgeklärt werden.

Das sagen unsere Kund:innen

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Gemeinden wie Mödling, Perchtoldsdorf, Brunn am Gebirge, Maria Enzersdorf, Gießhübl, Vösendorf, Wiener Neudorf, Guntramsdorf oder Breitenfurt liegen nur wenige Minuten entfernt.

Unsere Tierklinik bietet:

  • Schnelle Anfahrt über A2, A21, S1
  • Kostenlose Parkplätze direkt vor der Klinik
  • Getrennte ruhige Wartebereiche für Hunde & Katzen

  • Anfahrt von Süden und Westen über A2 bzw. A21 auf S1, Abfahrt „Laxenburger Strasse“
  • Anfahrt von Norden und Osten über A23 bzw. A4 auf S1, Abfahrt „Laxenburger Strasse“

Es stehen mehrere Kundenparkplätze, die teilweise mit e-Ladestellen versehen sind, zur Verfügung. Darüber hinaus ist das Gebiet in unmittelbarer Nähe zur Tierklinik von der neuen Parkverordnung in Wien ausgenommen. Siehe hierzu https://www.wien.gv.at/verkehr/parken/kurzparkzonen/

Anfahrt innerhalb Wiens bzw. nach Ankunft in Wien Hauptbahnhof

  • U-Bahn-Linie U1 bis Station „Alaudagasse“, Bus 67B bis Station „Josef-Prangl-Straße“
  • U-Bahn-Linie U6 bis Station „Alterlaa“, Bus 67B bis Station „Josef-Prangl-Straße“

Anfahrt aus dem südlichen Umfeld Wiens

  • Busse 200 bzw. 210 bis Station „Josef-Prangl-Straße“

Die Bushaltestelle „Josef-Prangl-Straße“ befindet sich unmittelbar vor der Klinik

Der Flughafen Wien Schwechat ist nur etwa 20 Minuten mit dem Auto entfernt. Anfahrt über S1, Abfahrt „Laxenburger Strasse“

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